Ungeklärte Schäden an Gebäuden in Schermbeck “Bösenberg“

Wie entstehen die Schäden an Gebäuden in Schermbeck? Was ist die Ursache? Wer ist noch betroffen? Meldungen bitte an Thomas Pieniak, E-Mail: Thomas.Pieniak@t-online.de. Die Bürger hoffen auf Mithilfe der öffentlichen Stellen. Deshalb schreibt BfB- Ratsmitglied Thomas Pieniak an den Innenminister NRW, die Regierungspräsidenten Düsseldorf, den Landrat und dem Schermbecker Bürgermeister folgenden Brief:

Sehr geehrter Herr Minister,

in Schermbeck gibt es massive Gebäudeschäden. Die Ursache ist noch völlig offen. Es gibt aber eine Vermutung. Daher versuche ich, im Namen der Bürger, den Sachverhalt auch rückblickend darzustellen.

Seit dem Jahr 1928 fördert RWW Grundwasser aus der Brunnengalerie Holsterhausen. 1965 erhielt RWW ein unbefristetes Wasserrecht von 25 Mio. m3. Das RWW hat am 03.09.1971, vom RP Münster, die Zulassung des vorzeitigen Beginns für eine GW- Förderung von bis zu 18 Mio. m3/a aus der Brunnengalerie Üfter Mark erhalten.

Aufgrund der Ergebnisse der Grundwasserbeobachtung sowie der damaligen hydrogeologischen Teilgutachten 1-3, konnte festgestellt werden, dass wesentlich größere Teilbereiche von einer Grundwasserabsenkung betroffen sind. Im Jahr 1982 legte die „Landesanstalt für Ökologie Landentwicklung und Forstplanung“ ein Ergänzungsgutachten über die Beeinträchtigung der Nutzungseignung und Ertragsleistung Land- und Forstwirtschaftlicher Kulturen vor.

Es kam zu massiven Einwänden von Bürgern und der Gemeinde gegen die Wasserförderung. In Schermbeck trockneten u.a. nach 500 Jahren die Mühlenteiche aus. 1984 wurde im Auftrag des RP Münster ein ökologisches Gutachten angefertigt. Die grundsätzlichen Fragestellungen lauteten:

–          Welche Beeinträchtigungen in Natur und Landschaft haben sich, seit Aufnahme der Wasserförderung       bis jetzt, eingestellt?

–          Mit welchen Beeinträchtigungen, durch die Grundwasserentnahme, ist zu rechnen bei einer Fördermenge von 18 Mio. m3/a aus der Brunnengalerie Holsterhausen bei gleichzeitiger Förderung von 12 Mio. m3/ a in der Üfter Mark (Gesamtmenge 30 Mio. m3/ a, welche auch in der Fördermengenverteilung in etwa der Fördersituation entspricht) ?

–          Welche Beeinträchtigungen, in Natur und Landschaft, sind zu erwarten bei einer Fördersituation von 22 Mio. m3/ a aus der Brunnengalerie Holsterhausen und gleichzeitiger Förderung von 13 Mio.  m3/a Trinkwasser aus der Brunnengalerie Üfter Mark (Gesamtmenge 35 Mio.m3/ a)

Auf der Seite 86 wird im ökologischen Gutachten festgestellt, Zitat: Der Trockenfall des Schermbecker Mühlenbaches… als Hauptverursacher 100% dem RWW anzulasten. Absch. 8.4 Bodenverhältnisse: Durch die Grundwasserabsenkungen sind vor allem die Eigenschaften der Böden organischen Ursprungs betroffen. Die nachteiligen Folgen sind u.a. die nach Mächtigkeit und Art der Torfschichten unterschiedlich starken Sackungen.

Einige Häuser entlang des Bösenberges weisen zum Teil bisher unerklärbare Schäden auf. Diese zeigen sich in Form von Rissen innerhalb der Gebäude, z. B. am gerissenen Putz oder Fliesen, über Risse in Fundamenten und der Verklinkerung, sowie Absackungen die eine Schieflage der Gebäude und Garagen zur Folge haben. Auch Schäden an den Entsorgungsleitungen hat es gegeben.

In uns vorliegenden Gutachten wird immer wieder auf Torflinsen innerhalb der Böden hingewiesen. Es liegt daher nahe, dass nicht nur die Natur sondern auch Gebäude, bedingt durch die erhöhte Wasserförderung, Schäden erlitten haben. In einer Umfrage haben über 20 Hausbesitzer/innen Schäden gemeldet. In einer Stellungnahme der RWW vom 15. Juni 2011 wird festgestellt, Zitat: Die Böden bestehen im Zentrum des Bösenberges aus Humusbraunerden und außen aus Niedermoorbildungen. die sensibel auf den Wasserhaushalt reagieren. Auch das zusätzliche Vorkommen von Geschiebelehmen ist kleinräumig möglich. Insofern liegt die Vermutung von Herrn Pieniak nahe, bei Gebäudeschäden an trocken gefallene Torflinsen zu denken.

Gespräche mit dem geologischen Dienst NRW sowie des Schermbecker Bürgermeisters sind nicht zur Zufriedenheit der Bürger verlaufen. Die Bürger erhofften sich vom Bürgermeister eine Fragestunde. Leider bestand dazu keine Bereitschaft. In einem Gespräch am 05.01.2011, im Innenministerium beim Staatssekretär Dr. Krüger, wurde uns Hilfe versprochen. Leider kam bis heute keine Nachricht. Die RWW weisen, genau wie damals, eine Schuld klar von sich. Ursachen könnten, so RWW kleine Hausbrunnen, Fischteiche, Geothermiebohrungen usw. sein. Wenn letztere zutreffend wären, müsste diese regenerativen Energieform verboten werden. Erst nach Gutachten – bei Aufstellung de Bebauungspläne- könnten sie zugelassen werden.

Die Auswirkungen der Grundwasserförderungen auf die Natur wurde, im ökologischen Gutachten vom RP Münster, ausdrucksvoll bestätigt. Es wäre für alle Bürger interessant, nach den Gutachten von damals, die heutigen Auswirkungen, auch im Hinblick der Gebäudeschäden zu erfahren. Die Gemeinde und andere können, an Abwasserkanälen, Gasleitungen, Straßen usw., genauso betroffen sein. Hier liegt unseres Erachtens ein erhebliches öffentliches Interesse vor. Die Bürger dürfen nicht allein gelassen werden. Auch dann nicht wenn der Sachverhalt schwierig ist.

Gerne würden wir die Problematik vorstellen. Wir erhoffen uns ihre Hilfe und Mitarbeit in der Angelegenheit „Bösenberg“. Wir würden uns über ein Gespräch sehr freuen. Auch eine öffentliche Runde ist angedacht. Da diese organisiert werden muss, würde ich mich über Terminvorschläge, im Sinne der Bürger, sehr freuen.

Wörter: , , ,

Noch keine Kommentare.

Schreibe einen Kommentar