Gefährdung der Bürger: BfB Einspruch beim Kreis, dem RVR und der Bezirksregierung

Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 47 „Gewerbepark Maassenstraße“

Der Planungs- und Umweltausschuss des Rates der Gemeinde Schermbeck hat am 01.03.2012 die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 47 „Gewerbepark Maassenstraße“ im beschleunigten Verfahren beschlossen. Vor Beginn der Beratung stellte Herr Dipl.-Ing. Gregor Baumeister den Plan in allen Einzelheiten vor. Für unsere Fraktion „Bürger für Bürger“ möchte ich feststellen, dass wir grundsätzlich einem Gewerbepark an dieser Stelle positiv sehen. Allerdings müssen aus unserer Sicht nachstehende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Bis heute ist nicht bekannt, welche Unternehmen sich dort ansiedeln werden. Herr Baumeister hat dies bestätigt. Für die Zukunft muss weiterhin gewährleistet sein, dass die dort in unmittelbarer Nähe wohnenden Hausbesitzer durch keine höheren Immissionen belastet werden.

  • Herr Baumeister erläuterte bei der Vorstellung des Verkehrsgutachtens, dass der Knotenpunkt Maassenstraße/Alte Poststraße auch nach Umsetzung des Bebauungsplanes mit einer Vorfahrtsregelung im bestehenden Ausbauzustand ausreichend leistungsfähig ist. Dieser Feststellung können wir nicht zustimmen und legen daher Widerspruch ein.

In regelmäßigen Abständen ereignen sich in diesem Kreuzungsbereich seit zwei Jahrzehnten Verkehrsunfälle. Wie Sie aus dem Schreiben der Schermbecker Verwaltung vom 24.11.2011 (Anlage 1) entnehmen können, wurden in den letzten zwei Jahren bei 2 Unfällen die Unfallbeteiligten so schwer verletzt, dass ein Rettungshubschrauber zum Einsatz kam. Daher wurde der Landesbetrieb Straßenbau aufgefordert, kurzfristig geeignete Maßnahmen zur Entschärfung der Gefahrenstelle umzusetzen. Eine geeignete Maßnahme könnte der Bau eines Minikreisels sein, so wie er in vielen anderen Bundesländern verstärkt eingesetzt wird. Bereits im Jahre 1999, bei einem geringeren Verkehrsaufkommen auf der Maassenstraße, herrschte Einigung darüber, dass in diesem Kreuzungsbereich ein Kreisverkehr gebaut werden sollte (Anlage 2). Die Mehrheitsfraktion CDU hat den Bau eines Kreisverkehrs sogar in ihrem Wahlprogramm 2004 aufgenommen. Mini-Kreisverkehre können günstig gebaut werden, wie das Beispiel aus Bernkastel-Kues (Anlage 3) zeigt. Ich kann Ihnen gerne noch weitere Schreiben aus anderen Städten/Gemeinden aus der Folgezeit bei Bedarf zuleiten. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass ebenfalls in der Sitzung vom 01.03.2012 die Aufstellung des Bebauungsplanes „Wohnanlage am Mühlenbach“ mehrheitlich beschlossen wurde. Durch dieses in unmittelbarer Nähe zum geplanten Gewerbepark neue Wohnbaugebiet werden nach Fertigstellung sicherlich weitere ca. 100 bis 200 Fahrzeuge pro Tag diesen Kreuzungsbereich passieren. Außerdem wird der RVR-Rad-/Wanderweg über diesen Kreuzungsbereich geführt. Aus den vorerwähnten Gründen möchten wir Sie bitten, erst dann ihre Zustimmung zu diesem Bebauungsplan Nr. 47 zu geben, wenn gleichzeitig der Kreuzungsbereich z. B. durch den Bau eines Mini-Kreisels entschärft wird. Es ist zu prüfen, ob ggf. die Antragsteller an den Kosten zu beteiligen sind.

  • Wir gehen davon aus, dass sich im Gewerbepark eine Vielzahl von Klein-/Mittelbetriebe ansiedeln werden. Dies führt zwangsläufig dazu, dass eine größere Verkehrsbelastung auch bedingt durch den Besucherverkehr rund um den Gewerbepark entstehen wird. Die aus Richtung Wesel (B 58) kommenden Verkehrsteilnehmer werden zwangsläufig, um den Gewerbepark zu erreichen, über die stark bebaute und mit einem Kinderspielplatz ausgestattete Alte Poststraße fahren. Schließlich ist es allgemeine Sitte, immer den kürzesten Weg zu suchen. Da die Abfahrt Maassenstraße dafür vorgesehen ist, sollte eine bessere Beschildung auf der B 58 darauf hinweisen.

 Wir bitten Sie, unsere vorstehend angeführten Bedenken bei ihrer Entscheidung zu berücksichtigen.

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