Gewerbepark JA, aber Belange der Bürger berücksichtigen!

Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 47 „Gewerbepark Maassenstraße“

Erneute Offenlage gem. § 4a (3) BauGB – Anregungen der Fraktion „Bürger für Bürger“

Sehr geehrter Herr Grüter,

der Planungs- und Umweltausschuss des Rates der Gemeinde Schermbeck hat am 22.11.2012 beschlossen, den geänderten Entwurf des Bebauungsplanes Nr. 47 „Gewerbepark Maassenstraße“ erneut auszulegen. Nochmals zur Klarstellung: Grundsätzlich befürworten wir an dieser Stelle einen Gewerbepark. Allerdings bleiben wir weiterhin dabei, dass nachstehende Voraussetzungen erfüllt werden müssen:

  • Herr Baumeister hat erläutert, dass die Lärmbelastung unterhalb der Grenzwerte liegt. Die Ausschusssitzung am 22.11.2012 hat jedoch bestätigt, dass bis heute nicht bekannt ist, welche Unternehmen sich dort ansiedeln werden. Die Anwohner haben gegebenenfalls später die Beweislast, erhöhte Lärmbelästigungen nachzuweisen. Für uns muss gewährleistet sein, dass die dort in unmittelbarer Nähe wohnenden Hausbesitzer durch keine höheren Immissionen belastet werden.

  • Das Verkehrsgutachten hat ergeben, dass ein Umbau des Kreuzungsbereichs Maassenstraße / Alte Poststraße nicht erforderlich ist. Dieser Feststellung widersprechen wir.

In regelmäßigen Abständen ereignen sich in diesem Kreuzungsbereich seit zwei Jahrzehnten Verkehrsunfälle. Die Schermbecker Verwaltung hat im Schreiben vom 24.11.2011 bestätigt, dass in den letzten zwei Jahren bei 2 Unfällen die Unfallbeteiligten so schwer verletzt wurden, dass ein Rettungshubschrauber zum Einsatz kam. Daher wurde der Landesbetrieb Straßenbau aufgefordert, kurzfristig geeignete Maßnahmen zur Entschärfung der Gefahrenstelle umzusetzen. Eine geeignete Maßnahme könnte der Bau eines Minikreisels sein, so wie er in vielen anderen Bundesländern verstärkt eingesetzt wird. Bereits im Jahre 1999, bei einem geringeren Verkehrsaufkommen auf der Maassenstraße, herrschte bei allen Fraktionen und den Bürgermeisterkandidaten Einigung darüber, dass in diesem Kreuzungsbereich ein Kreisverkehr gebaut werden sollte. Die Mehrheitsfraktion CDU hat den Bau eines Kreisverkehrs sogar in ihrem Wahlprogramm 2004 aufgenommen. Mini-Kreisverkehre können günstig gebaut werden, wie zahlreiche Beispiele belegen.

Der Bestand an Wohnungen ist in Schermbeck von 1996 bis 2011 um 1061 Wohnungen auf 5540 Wohnungen gestiegen. Ein Plus von 24 %. Nach Fertigstellung des geplanten Wohnbaugebietes „Mühlenbach“ werden sicherlich weitere ca. 100 bis 200 Fahrzeuge pro Tag diesen Kreuzungsbereich passieren. Darüber hinaus wurde in den letzten Jahren das in unmittelbarer Nähe liegende Gewerbegebiet erweitert. Dadurch bedingt hat auch eine Zunahme des Schwerlastverkehrs stattgefunden. Der RVR-Rad-/Wanderweg wird ebenfalls über diesen Kreuzungsbereich geführt. Der Kreis Wesel hat in seiner Stellungnahme zum Ausdruck gebracht, dass „aus verkehrsrechtlicher Sicht die Anbindung des Gewerbegebietes überplant und die Chance zur Verbesserung der Verkehrssituation genutzt werden sollte, da der Knoten Maassenstraße / Alte Poststraße in den vergangenen Jahren als unfallträchtig in Erscheinung getreten ist.“.

Beispiel eines Minikreisel

Aus den vorerwähnten Gründen stimmen wir erst dann diesem Bebauungsplan zu, wenn gleichzeitig der Kreuzungsbereich z. B. durch den Bau eines Mini-Kreisels entschärft wird. Es ist zu prüfen, inwieweit. die Antragsteller an den Kosten zu beteiligen sind.

  • Wir gehen davon aus, dass sich im Gewerbepark eine Vielzahl von Klein-/Mittelbetriebe ansiedeln werden. Dies führt zwangsläufig dazu, dass eine größere Verkehrsbelastung auch bedingt durch den Besucherverkehr rund um den Gewerbepark entstehen wird. Die aus Richtung Wesel (B 58) kommenden Verkehrsteilnehmer werden zwangsläufig, um den Gewerbepark zu erreichen, über die stark bebaute und mit einem Kinderspielplatz ausgestattete Alte Poststraße fahren. Schließlich ist es allgemeine Sitte, immer den kürzesten Weg zu suchen. Da die Abfahrt Maassenstraße dafür vorgesehen ist, sollte eine bessere Beschildung auf der B 58 darauf hinweisen. In der Ausschusssitzung am 22.11.2012 wurde hierzu nichts gesagt.

Wir bitten Sie, unsere vorstehend angeführten Bedenken bei ihrer Entscheidung zu berücksichtigen.

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