BfB Mitglied Werner Bischoff gründet BI „Alles Dicht in Schermbeck“

Schermbecker Satzung soll verhindert werden 

Bürgerinitiative „Alles-dicht-in Schermbeck“ wurde am Montag gegründet. (Quelle: Text und Bild, H.Scheffler)

Schermbeck Mit 30 bis 40 Gegner der geplanten Dichtheitsprüfung von Abwasserkanälen hatte Werner Bischoff gerechnet. Etwa 100 kamen Montagabend in Nappenfelds Wintergarten zur Gründungsversammlung der Bürgerinitiative „Alles-dicht-in Schermbeck“ und waren größtenteils mit Stehplätzen oder Sitzplätzen auf den Treppenstufen zufrieden, weil sie so wenigstens an der Protestaktion teilnehmen konnten und nicht – wie etwa 50 weitere Besucher – wegen Überfüllung den Heimweg antreten mussten.

Das Gesetz zur Dichtheitsprüfung ist allein aus der Lobbyarbeit der Kanalbranche entstanden“, stellte der 75-jährige pensionierte Bauingenieur Werner Bischoff im Rahmen seiner Begrüßung fest. Es gebe keinen Beweis oder ein wissenschaftliches Gutachten dafür, dass das Grundwasser durch undichte Abwasserkanäle verunreinigt werde. Hinzu komme, dass bei einer Hochdruckreinigung der Kanale zur Säuberung vor einer genaueren Inspektion große Schäden an den Rohren entstehen könnten. „Ich appelliere“, so Bischoff, „an den Rat der Gemeinde Schermbeck, keine Satzung, die die Dichtheitsprüfung vorschreibt, zu verabschieden.“ Den Appell hörte – wegen Abwesenheit – kein Mitarbeiter des gemeindlichen Bauamtes und – wegen parallel stattfindender Fraktionssitzungen – kein Ratsvertreter von CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und USWG.

Unterstützung bei seinem Protest gegen die Dichtheitsprüfung erhielt Bischoff durch Willi Pohl, den Sprecher der BI Raesfeld, durch Uwe Gellrich, den Sprecher der BI Borken, sowie durch Fritz Pucher aus Minden. In deren Redebeiträgen wurde deutlich, dass die Dichtheitsprüfung von CDU und FDP im Jahre 2007 beschlossen wurde und von SPD und Grünen im Jahre 2013 modifiziert bestätigt wurde. Berichtet wurde von hohen Kosten für die Kontrolle und Sanierung der Kanäle.

Mit der Forderung „Ihr müsst gemeinsam auftreten, damit ihr stark seid“, leitete Uwe Gellrich die Diskussionen über das weitere Vorgehen ein. Ganz konkrete Schritte für die Vorgehensweise zeichnete Fritz Pucher auf. Die Bürger sollten von der Gemeinde Schermbecks einfordern, erst einmal die gemeindeeigenen Gebäude zu untersuchen, um anschließend über die entstehenden Kosten zu informieren. Den Bürgern, die von der Verwaltung ein Schreiben mit dem Hinweis auf eine durchzuführende Untersuchung erhalten, empfahl er;: „Machen Sie absolut gar nichts!“ Erst wenn seitens der Gemeinde ein klagefähiger Bescheid eintreffe, solle man juristischen Widerstand aufbauen. Pucher warnte vor Kanalprüfern, von denen die meisten noch nie einen Kanal von unten gesehen hätten. Er warnte auch davor, die Prüfer mit der Sanierung zu beauftragen. Der TÜV führe auch keine Reparaturen an den von ihm kontrollierten Fahrzeugen durch.

Nach der allgemeinen Diskussion meldeten sich fünf Männer, um in der BI Schermbeck mitzuarbeiten. Die Gruppe wird schon erste Schritte einleiten, kann aber noch vergrößert werden, wenn Werner Bischoff zu einer ähnlichen Veranstaltung im Januar oder Februar in einen Saal einladen wird. Wichtigstes Ziel der BI in der nahen Zukunft ist es zu verhindern, dass der Gemeinderat eine Satzung für eine Dichtheitsprüfung verabschiedet. Es soll außerdem erreicht werden, dass in zwei gemeindlichen Satzungen der Hinweis auf einen längst außer Kraft gesetzten Paragrafen 61 a entfernt wird. Für den Fall, dass die Politiker im Vorfeld der Kommunalwahl im Mai 2014 keine Solidarität mit dem BI-Anliegen zeigten, empfahl Uwe Gellrich, sich mit Transparenten vors Rathaus zu stellen und die Medien einzuladen. Empfohlen wurde auch die gemeinschaftliche Einschaltung eines Anwaltes für Verwaltungsrecht.

Die während der Versammlung ausgefüllten Unterschriftenlisten sollen nach der erfolgten Regierungsbildung dem neuen Bundes-Umweltministerium zugeleitet werden.

Hermann Knipping von der Gruppe „Blumenkämper Bürger e.V.“ lud die Versammlung ein, an der im Januar stattfindenden Veranstaltung zum selben Thema in Blumenkamp teilzunehmen. Der Termin wird rechtzeitig auf www.blumenkamp.de bekannt gegeben. H.Sch.

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