Teure Konzepte durch Fachplaner oder kostengünstige in Zusammenarbeit Fachleuten und den Bürgern

Frage 9 von H.Scheffler (schermbeck-online): Es gibt in Schermbeck mehrere Beispiele, die zeigen, dass man auch mit Eigeninitiative etwas gut gestalten kann. Auf der anderen Seite stellt man gerade in den letzten Jahren immer mehr fest, dass die Gemeinde teure Konzepte erstellen lässt, statt das Know-how der eigenen Mitarbeiter zu nutzen und mit dem Bürgern zusammen kostengünstige Projekte zu verwirklichen. Mehr Konzepte oder mehr Zusammenarbeit zwischen Fachleuten im Rathaus und der Bürgerschaft: Was dürfen die Bürger Schermbecks erwarten, wenn Sie Bürgermeister werden?

Vor 20 Jahren bin ich in den Rat der Gemeinde Schermbeck gewählt worden. Als mir die Kandidatur angetragen wurde, fragte mich meine Partnerin: Willst Du Dir das wirklich antun? Neben dem ehrenamtlichen Engagement im Gemeindesportverband und der Behindertensport-Gemeinschaft lädst Du Dir noch mehr auf.

Ich habe die Kandidatur als Herausforderung angesehen und angenommen. Für mich besteht bürgernahe Politik nicht darin, den Bürgern alle fünf Jahre eine Information in die Briefkästen zu stecken, dass wieder Kommunalwahlen anstehen. Ich hatte bis dahin nicht das Gefühl, dass meine Interessen von einem Ratsmitglied vertreten werden. Schon damals habe ich Verbesserungen im Kreuzungsbereich Alte Poststraße / Maassenstraße angemahnt. Nichts geschah. Für mich die Motivation, es besser machen zu wollen.

Da es im Ortsteil Bricht noch keinen Kinderspielplatz gab, habe ich nach der Ratswahl eine Bürgerumfrage durchgeführt. Für 47 Kleinkinder bestand Bedarf für einen Spielplatz. Es folgte die Antragstellung. In den RN war am 20.12.1995 zu lesen: Ratsherr pflegt Kontakt zu Bürgern. Es gründete sich eine Elterngemeinschaft, die noch heute besteht. Zahlreiche Väter verlegten 70 qm Verbundpflaster und setzten ca. 90 m Zaun. Die Herstellungskosten konnten dadurch für die Gemeinde um rd. 5.000 DM gesenkt werden. Darüber hinaus war es mir gelungen, beim Deutschen Kinderhilfswerk e. V. einen Zuschuss für die Anschaffung von Spielgeräten zu bekommen. Noch heute wird einmal im Jahr gemeinsam mit den Mitgliedern des Schützenvereins Bricht der Spielplatz gesäubert.

Warum schildere ich Ihnen das? Für mich stand von Anfang an fest, dass sich Veränderungen nur in enger Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern lösen lassen. Mir war und ist es auch immer noch wichtig, den Bürger regelmäßig über den Sachstand der eingereichten Anträge und Eingaben zu informieren. Diesen eingeschlagenen Weg werde ich als Bürgermeister konsequent fortsetzen.

Besonders in Sportvereinen ist ein ausgeprägtes „Wir-Gefühl“ vorhanden. Ich werde als Bürgermeister zusammen mit den Mitarbeitern im Rathaus alles daran setzen, durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Bürgern das „Wir-Gefühl“ zu stärken. Die Gründung eines Arbeitskreises „Wir-Gefühl/Kommunikation“ mit Vertretern aus den anderen Vereinen/Organisationen und der Bürgerschaft unter Vorsitz des Bürgermeisters zur Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls ziehe ich in Erwägung. Ich habe über 20 Jahre meine Urlaube an der Nordsee verbracht. Ich war immer wieder erstaunt, wenn die Anwohner ihre Vorgärten pflegten, gleichzeitig auch die öffentliche Rasenfläche entlang der Landstraße mähten. Leider stelle ich häufig fest, dass oftmals nach der Devise gehandelt wird, „der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, er wird nicht mehr gebraucht“. So liegt immer noch ein Antrag bei der Verwaltung aus September 2012 auf Eis, ein abmontiertes Spielgerät auf dem Kinderspielplatz Bricht durch ein neues zu ersetzen. Eine solche Vorgehensweise fördert nicht das Zusammengehörigkeitsgefühl und das ehrenamtliche Engagement. Mit mir als Bürgermeister wird es so etwas nicht geben.

Als Bürgermeister werde ich ein Ideenmangement einführen. Sowohl die Mitarbeiter der Verwaltung aber auch Bürger können sich mit ihrem Know-how daran beteiligen. Durchführbare Ideen, die nachweislich zu kostenmäßigen Verbesserungen geführt haben, werden einmal jährlich öffentlich vorgestellt und prämiert.

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