Energiewende – Pro und Contra diskutiert!

In der Broschüre „Die Energiewende: unsere Erfolgsgeschichte“ des BMWi, Abt. Öffentlichkeitsarbeit, Stand: Januar 2017 schreibt die Ministerin, Frau Brigitte Zypries, im Vorwort, „Die Energiewende ist erfolgreich, weil …“.Jetzt folgen auf rund 20 Seiten die Vorteile wie

– Nachhaltigkeit und sicher – Bezahlbar und planbar – Verlässlich und intelligent – Effizient – Wettbewerbsfähig – Weltweit wegweisend – Ausblick

Wenn man im Vorwort der Ministerin liest, mit dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz 2017 und dem Strommarktgesetz hätte sie, die Politik, in 2016 wichtige Vorhaben abgeschlossen. Desweiteren schreibt die Ministerin, dass ein besonderes Augen-merk der Energieeffizienz gilt, da die sauberste und günstigste Energie immer noch die ist, die gar nicht erzeugt werden muss.

Schon vor vielen vielen Jahren war z. B. den Müllersleuten bekannt, dass wenig Wind auf die Flügel der Windmühlen auch kaum Leistung erbrachte. Nach wie vor bedeutet diese Erkenntnis auch heute noch, dass in physikalischer Hinsicht bei stromerzeugenden Windrädern die Windleistung mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit wächst, was wiederum bedeutet, dass eine Verdoppelung der Windgeschwindigkeit eine Verachtfachung der Windleistung ergibt. Für weitere Details, Formeln und Berechnungen wird auf die diesbezüglichen Vorlesungen und Veröffentlichungen an unseren Universitäten und Hochschulen verwiesen.

Wegen dieser physikalischen Gesetzmäßigkeit und den klimatischen Verhältnissen in der Bundesrepublik Deutschland einschließlich den Offshore-Windparks in der angrenzenden Nordsee gab es allein im Jahre 2015 an 83 Kalendertagen weniger als drei Windstärken. Auch der überproportionale Aus- und Neubau von Windparks können die Stromproduktion nicht ankurbeln, da der Leistungsbedarf und die Deckung weit auseinanderklaffen. Bei Flaute können selbst viele Windräder keinen Strom produzieren, bei Starkwind kommen die Windräder sehr schnell an ihre maximale Leistung, die jedoch nicht mehr produktiv verwendet werden kann. Diese Erzeugungsspitzen helfen dem Energiemarkt jedoch nicht weiter, genau das Gegenteil tritt ein. Sie verursachen Kosten für die Betreiberunternehmen und damit auch für die Verbraucher, an die diese Kosten per EEG weiter gegeben werden. Und als Spitze dieser Erzeugungsspitzen werden diese überschüssigen Energiemengen zwangsweise nach Österreich und den Niederlanden exportiert. Diese Länder nehmen diesen vom deutschen Verbraucher subventionierten Strom sehr gerne, da sie dafür sogar noch zusätzlich Geld vom deutschen Staat erhalten.

Im Gegensatz zu Frau Ministerin Zypries wird hier die Auffassung vertreten, dass die Energiewende, die auf Grund eines japanischen Tsunamis aus dem hohlen Bauch heraus ohne Sinn und Verstand über den Zaun gebrochen wurde, an den Grenzen der Physik unter Anwendung des EEG zumindest in Teilbereichen gescheitert ist, weil sich niemand in unserer Politik Gedanken über ein erprobtes Verfahren zum Ersatz von Kernkraft und Kohle oder großtechnische und effiziente Speicherlösungen gemacht hat, um die für uns alle wirklich bedeutsame Netzfrequenz zu stabilisieren.

Als Ministerin würde ich es mir nicht anmaßen zu sagen, die deutsche Energiewende ist eine Energiewende für Europa und wegweisend für die ganze Welt. Für unsere Erde und für die Erreichung der Klimaziele ist es sicherlich von fundamentaler Bedeutung, wenn sich die weltweiten Investitionen in erneuerbare Energien auf hohem Niveau befinden und derzeit sogar mehr als doppelt so hoch sind wie die in die fossile Stromerzeugung. Was die Politik in Deutschland auch in ihrer Funktion als G20-Präsidentschaft nicht vergessen sollte, ist die Tatsache, dass die meisten Verbraucher weltweit nicht in der Lage sein werden, diese aus der Energiewende resultierenden wesentlich höheren Strompreise zu bezahlen.

Diese Anmerkungen eines interessierten Bundesbürgers zu einer Story, die eine Erfolgsstory hätte werden können, wenn die Bundeskanzlerin nicht aus Angst um ihre Wiederwahl und aus Angst vor den grünen Umweltaktivisten nicht die Wende von der Wende aus dem hohlen Bauch durchgesetzt hätte sondern einen wohldurchdachten und von wirklichen Fachleuten unterlegten „Marshallplan Energiewende“ eingeleitet und Kraft ihres Amtes auch durchgesetzt hätte. Damit hätte man nicht nur den „Dinos“ der Energieerzeugung eine angemessene Zeit gegeben, die diese für den technischen Wandel benötigten sondern auch den vielen Arbeitnehmern in dieser Branche und den Zulieferbetrieben die Existenzängste genommen. In diesem Punkt hat Deutschland leider keine Vorbildfunktion.

Was hilft uns die alleinige Energiewende in Deutschland, wenn in unseren europäischen Nachbarländern weiterhin viele Atomreaktoren Strom brüten ohne dass die nachhaltige Endlagerung der abgebrannten Brennelemente gesichert ist? Wir haben zwar den Anfang gemacht und das ist bezogen auf die Erreichung der Klimaziele auch gut so, aber es fehlen die „Mitspieler“. Denn niemand möchte ein zweites Tschernobyl in Westeuropa.

Wer sich als Verbraucher für das Thema Energiewende oder Energieeffizienz, den Strommarkt von morgen oder den Netzausbau interessiert, kann sich beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in die Abonnentenliste für den im zweiwöchentlichen Abstand erscheinenden Newsletter „Energiewende direkt“ eintragen, um jederzeit über Hintergründe, Fakten, Trends und kontroverse Standpunkte aktuell informiert zu sein. Adresse: www.bmwi-energiewende.de

 

Ihre Fraktion „Bürger für Bürger“

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