Krankenversicherungen in Deutschland

Gibt es in Deutschland eine Zwei-Klassen-Medizin und welche Kasse bietet für meine persönlichen Verhältnisse das passende und damit für mich das beste Angebot?

In der deutschen Krankenversicherungslandschaft gibt es nach wie vor überraschend viele Wahlmöglichkeiten. Dabei steht im Vordergrund die Entscheidung, gesetzlich oder privat, mit oder ohne Zusatztarife.

Insgesamt sind Anfang 2017 rund 80,5 Millionen Personen in Deutschland krankenversichert. Davon rd. 71,7 Mio. Versich-erte in der gesetzlichen Krankenversicherung und rd. 8,8 Mio. Versicherte in den privaten Krankenversicherungen.

Knapp 11 % der Versicherten gehören somit zu dem privi-legierten Kreis der privatversicherten Personen in Deutsch-land, die vielleicht sogar eine bessere Medizin bekommen, weil ihre Assekuranzen mehr bezahlen. Dieser Kreis der Versicherten bekommt zum Beispiel in NRW bei Fachärzten einen Termin innerhalb von neun Tagen, die GKV-Ver- sicherten müssen auf gleiche Termine dagegen bis zu 36 Tage warten. Auch in der Behandlungsqualität können Unter-schiede auftreten. GKV-Versicherte, die sich im Spätherbst gegen Grippe impfen ließen, erhielten zumeist den üblichen Impfstoff mit dem Schutz gegen drei Erregertypen, für Pri-vatversicherte gab es vermehrt die neue Vierfach-Vakzine. Anderes Beispiel: Viele individuelle Gesundheitsleistungen (IGEL) müssen gesetzlich Versicherte als Zusatzleistungen komplett selbst bezahlen, Privatversicherte erhalten dafür zumindest eine Teilerstattung. Oder auch die Wohnlage und Nachbarschaft entscheidet über Wartezeiten im Warte-zimmer. In den Berliner Bezirken Neukölln und Lichtenberg entfallen auf einen niedergelassenen Arzt mehr als 500 Einwohner. Im Bezirk Charlottenburg sind es nur 200 Einwohner pro Arzt. In München sieht es ähnlich aus, 510 Einwohner des Stadtbezirkes Laim auf einen Arzt, in Bogenhausen dagegen nur 300 Einwohner. Je nach Statistik übertrifft die Lebenserwartung der privat Versicherten die der gesetzlich Versicherten um vier bis fünf Jahre. Diese Unterschiede sind jedoch nicht direkt auf Therapie-unterschiede sondern eher auf bessere Bildung, höherem Einkommen und gesünderem Lebensstil zurückzuführen.

Allerdings haben diese höheren Vergütungen der privaten Assekuranzen auch ihre Schattenseiten. Nahezu alle privaten Krankenversicherungen (PKV) stecken bereits heute in finanziellen Krisen und müssen immer mal wieder die Beiträge erhöhen oder anderweitig Risiken verlagern.

Zum einen schützt sich die PKV durch Gesundheitsprüfungen, Leistungsausschlüsse bzw. hohe Risikozuschläge für bestehende Erkrankungen vor versicherungsmäßig unattraktiven Kunden und zum anderen besteht für auf-wändig gewordene PKV-Kunden eine weitgehende Rück-nahmeverpflichtung der GKV. Bei durch Krankheit und/oder Arbeitslosigkeit sinkendem Einkommen kann die PKV derzeit viele ihrer unattraktiv gewordenen Versicherten einfach wieder in die GKV „entsorgen“. Diesem Missbrauch der GKV als Risikoschirm für die PKV kann ganz einfach dadurch begegnet werden, dass ein Wiederaufleben der Krankenversicherungspflicht nur dann zum Tragen kommt, wenn der Versicherte seine ausgefallenen Solidarbeiträge nachentrichtet; ggf. abzüglich der Beträge, welche die GKV für Leistungen im Nachzahlungszeitraum hätte aufbringen müssen. Das ist man den Versicherten schuldig, die ihren Solidarbeitrag durchgehend voll geleistet haben; meist auch ohne Leistungen zu benötigen.

Politiker verschiedener Parteien streben schon seit etlichen Jahren einen Systemwechsel hin zur sogenannten Bürgerversicherung an. In den letzten fünf Jahren ist nach Umfragen der Anteil der Versicherten von 57 % auf 68 % gestiegen, die ein einheitliches Krankenversicherungssystem befürworten. Dieses übergreifende System soll dann auch Beamte, Selbständige und sonstige Privatversicherte einschließen. Der deutsche Staat würde nach einer neuen Studie allein durch die Abschaffung der Privilegien seiner Beamten in der privaten Krankenversicherung in Verbindung mit den staatlichen Beihilfen und Aufnahme dieser Personengruppe in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bis zu 60 Mrd. Euro einsparen. Allerdings haben sich für diesen radikalen Systemwechsel bisher keinerlei Mehrheiten gefunden. Größter Hemmschuh für einen solchen Systemwechsel ist der Deutsche Beamtenbund. Dieser erklärte die Privilegien seiner Mitglieder bei den privaten Versicherern für unantastbar. Somit wird dieses Thema in den kommenden Monaten auch wieder zu einem intensiv geführten Wahl-kampfthema querbeet durch alle farblichen Schattierungen unserer Parteienlandschaft. Während SPD, Grüne, Linke, Gewerkschaften und der soziale CDU-Flügel überwiegend eine gesetzliche Krankenkassenpflicht für alle befürworten, wollen Mehrheiten bei der Union und der FDP am alten dualen System festhalten.

Welcher Versicherte ist mit einer privaten Krankenversicherung grundsätzlich besser bedient?

Während Beamte sich privat versichern müssen, haben Selbständige und Besserverdiener die Wahlfreiheit. Grund-sätzlich ist bis zu einem Alter von 35 Jahren der Eintritt in die private Krankenversicherung nur dann in Erwägung zu ziehen, wenn keine nennenswerten Vorerkrankungen vorliegen. Ansonsten drohen Behandlungsausschlüsse und hohe Risikoaufschläge auf die monatliche Prämie. Nur Arbeitnehmer mit einem Monatseinkommen oberhalb derzeit von 4.800 Euro dürfen zu den Privaten wechseln, wobei Single-Frauen in den Unisex-Tarifen Vorteile genießen. Hervorzuheben sind die besonderen Leistungen der Privaten wie zum Beispiel Zahm-Implantate, Heilpraktiker, Vitamine, Privatkliniken, weltweiter Schutz sowie Mehrleistungen bei der privaten Pflegeversicherung. Diese Sonderleistungen können Versicherte der GKV nur durch den Abschluss von teuren privaten Zusatzversicherungen (Chefarztbehandlung und Einzelzimmer, Zahnersatz und Brille) erreichen. Allerdings haben diese privaten Vollversicherungen auch so ihre Schwächen. Es gibt kaum eine Wechseloption, die persönliche Beratung der Versicherten ist teilweise äußerst dürftig, bei Kuren, REHA und Psychotherapien sind die Leistungen als schwach zu bezeichnen. Außerdem können Rechnungen mit dem Hinweis zurück gewiesen werden, die abgerechnete Leistung sei medizinisch nicht notwendig gewesen. Wer sich ein detaillierteres Bild über die Leistungs-angebote der einzelnen privaten Anbieter machen möchte, der gehe bitte ins Internet auf die Seite www.kv-fux.de. Hier werden derzeit die verkaufsoffenen Tarife der 30 relevantesten privaten Krankenversicherungen verglichen.

Hinweis:

Bevor sie bei der Wahl einer privaten Krankenversicherung eine für sie weitreichende Entscheidung treffen, empfehlen wir ihnen neben dem Online-Vergleich eine persönliche Beratung durch einen spezialisierten Versicherungsberater. Das Einholen einer sogenannten Zweitmeinung schützt vor den Folgen einer Fehlentscheidung, die der Versicherte am Ende ganz alleine tragen muss. Um schnell herauszufinden, mit welchem Versicherungsberatertyp sie es zu tun haben, erfahren sie auf der Internetseite www.vermittlerregister.info ob und mit welcher Zulassung ein Vermittler oder Berater im öffentlich zugänglichen Vermittlerregister eingetragen ist. Wer hier nicht eingetragen ist, darf das nur in Zusammen-arbeit mit einem Vermittler, der die erforderlichen gesetz-lichen Bedingungen erfüllt und am Ende für die Beratungs-qualität einsteht.

Wer ist in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) richtiger versichert?

Die meisten Arbeitnehmer sind grundsätzlich in der gesetzlichen Krankenversicherung besser versichert. Dies gilt insbesondere für größere Haushalte wegen der kostenlosen Mitversicherung von Familienmitgliedern und der günstigen Studentenversicherung. Aber auch Besserverdiener können in der GKV ein deutliches Einsparpotential erkennen, da der maximale Mitgliedsbeitrag nur von einem monatlichen Einkommen bis 4.350 Euro erhoben wird. Von den darüber hinaus gehenden Einkünften fallen keine Beitragszahlungen an. Bei der GKV gibt es keine Gesundheitsprüfungen, nach 18 Monaten besteht das Recht auf Wechsel der Krankenkasse. Neben einem großen Wettbewerb untereinander zeichnen sich die Kassen der GKV zusätzlich aus durch ein großes Beratungsangebot, finanziert Kren und REHA-Maßnahmen und beteiligt sich mit Zuschüssen an Gesundheitskursen. Mit Ausnahme von IGEL-Leistungen brauchen die Versicherten nicht in Vorleistung treten, da die Ärzte ihre Leistungen über die Versichertenkarte direkt mit den Kassen abrechnen. Allerdings hat dieses gesundheitliche Rundum-Sorglos-Paket in der GKV auch gewisse Schwachpunkte zu verzeichnen. Diese beginnen mit längeren Wartezeiten in den Warte-zimmern der Arztpraxen sowie längere Wartezeiten auf Facharzttermine. Die jeweilige Behandlung darf grundsätzlich nur von zugelassenen Kassenärzten erfolgen. Sowohl bei privat angesparten Renten als auch bei vom Arbeitgeber finanzierten Zusatzrenten sind auf diese Einnahmen Beiträge zu entrichten.

Es gibt keine allgemeinverbindliche Aussage dazu, welches die beste Krankenkasse für jedermann ist. Es bestehen vielfältige und völlig unterschiedliche Bedürfnisse und Auswahlkriterien je nach Alter und familiärer Situation, Erkrankung und Gesundheitsbewusstsein. Große Kasse ist nicht unbedingt auch gleich zu setzen mit großer Leistung. Kleine Kassen glänzen teilweise mit ausgezeichneten Angeboten auf medizinischen Spezialgebieten. Hier muss jeder Versicherte eine auf seine persönlichen Verhältnisse zugeschittenes Leistungsangebot ermitteln und danach die richtige Krankenkasse auswählen. Darum nachfolgend und ergänzend noch ein paar außergewöhnliche Leistungen, die derzeit von einigen der aktuell auf dem Markt vorhandenen 113 gesetzlichen Krankenversicherungen angeboten werden:

– Individueller Extrabeitrag

Dieser Zusatzbeitrag, den die Arbeitnehmer und Rentner alleine bezahlen müssen, schwankt derzeit zwischen 0,3 % und 1,8 %. Ein Wechsel zu einer  anderen Krankenkasse kann die eigene Haushaltskasse deutlich entlasten.

– Spartarife

Es gibt drei Gruppen von Spartarifen, den Selbstbehalttarif, den Tarif mit Beitragsrückerstattung und den Tarif mit Leistungsverzicht. Einige wenige   Kassen erlauben sogar eine Kombination aus Selbstbehalt- und Rückerstattungstarif.

– Besondere Zusatz- oder Mehrleistungen           –

– Zuzahlungsfreie Medikamente durch eigene Rabattverträge der Kassen

– Kostenloser Zahnersatz bei von der Kasse vorgegebenen Zahnärzten

– höhere Zuschüsse bei künstlichen Befruchtungen

– Haushaltshilfe ohne zeitliches Limit bei Klinikaufenthalten

– Hautkrebsvorsorge ohne Altersbeschränkung mindestens alle 2 Jahre

– Krankenpflege zu Hause bei Eltern mit kleineren Kindern

– Zuschüsse für

– Kosten der alternativen Arzneimittel (teilweise) anteilig

– Gesundheitskurse wie Jogging, Yoga, Rückengymnastik oder auch Kochen           –

Osteopathie

– Serviceleistungen

– Anzahl der bundesweit vorhandenen Geschäftsstellen

– medizinische Hotline über 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr

– Einholung einer Zweitmeinung zu einer Diagnose

– Hilfestellung bei medizinisch verursachten Behandlungsfehlern

– Erinnerungsservice für z. B. Impf- oder Arzttermine.

Welche Möglichkeiten hat man als Versicherter, wenn man mit der Entscheidung seiner Kranken- oder Pflegekasse nicht einverstanden ist? Hierfür haben die Versicherten die Möglichkeit, nach einem gut vorbereiteten Antrag Wider-spruch einzulegen. Dieser ist oftmals erfolgreich und für den Versicherten kostenlos. Die Kasse hat drei Wochen Zeit, über einen Antrag zu entscheiden. Wer innerhalb dieser drei Wochen keine Nachricht erhält, kann davon ausgehen, dass sein Antrag genehmigt wurde. Im anderen Fall ist besagter Widerspruch innerhalb von vier Wochen nach einer schriftlichen Ablehnung einzulegen. Bei solchen unter-schiedlichen Rechtsauffassungen gibt es für den Versicherten verschiedene Möglichkeiten, doch noch zu seinem Recht zu kommen. Neben einer Beschwerde bei der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Bundesversicherungsamt in Bonn, gibt es auch noch den Klageweg beim Sozialgericht. Zur Beilegung von Streitigkeiten mit der Kasse und/oder dem behandelnden Arzt hilft der Patientenbeauftragte der Bundesregierung kostenlos unter der Rufnummer 030-184413424.

Für Mitglieder der privaten Krankenversicherungen gelten deutlich andere Regeln als für gesetzlich versicherte Personen. Sind sie als privat Versicherte mit einer ablehnenden Ent-scheidung ihrer Krankenversicherung nicht einverstanden, haben sie drei Jahre Zeit, gegen diese Entscheidung vorzugehen.

Eine Rückkehr aus der PKV in die GKV ist zwar grundsätzlich nach wie vor möglich, aber dieser Weg ist langwierig und mit diversen Fallstricken versehen, so dass man auch hierfür am besten auf einen gut geschulten Berater zurück greift. Diese Besonderheiten des Versicherungswesens würden den Umfang dieses pauschalen Informationsangebotes sprengen.

Bürgerversicherung

Diesen pauschalen Überblick über die in Deutschland bestehenden Versicherungssysteme GKV und PKV kann man nicht abschließen ohne einen Blick auf die seit Jahren in der politischen Diskussion befindlichen Bürgervericherung zu werfen. Obwohl wir in Deutschland dieses Zwei-Klassen-System in der Krankenversicherung haben, geht die Tendenz, bedingt durch rund 90 % der Versicherten in der GKV, in Richtung einer Bürgerversicherung.

Doch was will der Gesetzgeber eigentlich mit der Einführung einer solchen Einheitsversicherung für alle Bürger bezwecken?

Dieser Versicherung für alle Bürger liegt die Idee zugrunde, das duale System von gesetzlicher und privater Kranken-versicherung zu stürzen und eine Verpflichtung für alle Bürger in jeder Einkommensklasse zu begründen, sich in der gesetz-lichen Krankenversicherung anzumelden. Dies soll dazu führen, dass die gesetzlichen Krankenkassen größere Einnahmen haben.

Es gibt auch Modelle zu der Versicherung der Bürger, die dasselbe Modell auf die gesetzliche Rentenversicherung übertragen. Hiernach müssten alle Menschen verpflichtet sein, in die Rentenversicherung einzuzahlen, und es müsste die Einkommensgrenze beseitigt werden. Gefordert wird auch die Beseitigung der berufsständischen Versorgungswerke.

Es gibt insgesamt zwei Konzepte dieser Versicherung, die sich voneinander unterscheiden. Das eine Konzept ist die solidarische Variante. Hierbei muss jeder Einzelne einen festen Prozentsatz aus seinen gesamten Einkünften leisten. Es gibt auch eine Beitragsbemessungsgrenze.

Das andere Konzept ist die Ausdehnung auf die Gesundheits-prämie. So soll jeder Einzelne denselben Beitrag einzahlen. Es gibt also eine Bürgerpauschale. Wer sehr wenig verdient, kann aus Steuermitteln unterstützt werden. Kinder müssen auch keine Beiträge zahlen, da diese auch aus Steuermitteln geleistet werden würden. Dieses Konzept wird jedoch von den Vertretern nur auf die Personen angewendet, die aktuell in der gesetzlichen Krankenkasse sind. Es soll nicht für Beamte, Selbständige und Vielverdiener gelten. Dieser Personenkreis soll jedoch verpflichtet werden, dieses System indirekt über die Unterstützung Einkommensschwacher mitzutragen.

Während SPD, Grüne und Linke in der Bürgerversicherung den großen sozialen Vorteil erkennen wollen, dass mit den höheren Beitragseinnahmen grundsätzlich auch die Leistungen dieser gesetzlichen Krankenversicherung verbessert würden, kritisieren die konservativen und liberalen Parteien das System als sozial ungerecht, da jeder Versicherte, unabhängig von seinen persönlichen Einkommensverhält-nissen den gleichen Monatsbeitrag zu entrichten hätte.

Eine soeben veröffentlichte neue Studie des IfMDA Kiel über die Einführung einer Bürgerversicherung geht von einer Beitragserhöhung von 1,5 % für den Kreis der bisher gesetzlich Versicherten aus. Diese Annahme unterstellt, dass die Pro-Kopf-Ausgaben von GKV und PKV so vereinheitlicht würden, das die Gesamteinnahmen und -ausgaben unverändert bleiben. Die heutigen PKV-Versicherten würden bei einer solchen Entscheidung insbesondere durch die Auflösung der Altersrückstellungen von rund 210 Milliarden EURO massiv entlastet. Dies führt zu einer umfassenden Subventionierung der Bilanzen der PKV-Unternehmen. Auch wäre die bisherige Zwei-Klassen-Medizin durch die Bürgerversicherung nicht behoben. Finanziell gut gestellte „First-Class-Patienten“ würden sich auch hier durch den Abschluss teurer Zusatz-versicherungen doch wieder die entsprechenden Vorteile wie Chefarztbehandlung, Einbettzimmer oder Zahnzusatzpolice verschaffen, um über diesen Weg auch schnellere Arzttermine zu bekommen.

Sie erkennen an diesen unterschiedlichen Diskussions-varianten auch die Versuche der einzelnen Parteien und Politiker entsprechend ihrem jeweiligen Wählerklientel eine in die jeweilige Richtung positive Variante durchzusetzen. Dieses Thema wird uns in den kommenden Wochen bis zur Bundestagswahl im September 2017 sicherlich noch häufiger begleiten. Ob es dazu bereits in der kommenden Legis-laturperiode eine Entscheidung geben wird, bleibt abzu-warten.

Aktuelles zur Jahresmitte 2017

Das Beste zuerst. Mit großer Wahrscheinlichkeit bleiben die Zusatzbeiträge auch im kommenden Jahr 2018 stabil. Bedingt durch einen neuen Mitglieder-Rekord, einer sehr guten Konjunkturlage und höheren Löhnen erzielten die Kassen unerwartete Einnahmen bei gleichzeitig nicht so stark gestiegenen Ausgaben wie erwartet. Allerdings beklagen die Kassen auch deutlich steigende Lasten durch die vielen Flüchtlinge, die inzwischen Hartz-4-Empfänger geworden sind. Hierbei geht es um eine Größenordnung von rund 500.000 Menschen, für die unser Staat aktuell eine Monatspauschale von 97 Euro an die Kassen zahlt. Daraus resultiert ein Jahresaufwand von rund 600 Mio. Euro, der aus dem Steueraufkommen der Bundesbürger finanziert wird. Die Kassen sehen diesen Aufwand sogar deutlich oberhalb dieser 97 Euro. Bedeutet in der Konsequenz, dass die gesetzlich krankenversicherten Mitglieder mit ihren Beitragsleistungen für diese Differenz zusätzlich aufzukommen haben. Ohne diese indirekten Beitragsunterstützungs-leistungen für Flüchtlinge könnte der monatliche Krankenkassenbeitrag oder der Zusatzbeitrag sogar deutlich sinken.

Alle Sachverständigen, Politiker, Arbeitgeber und Gewerkschafter gehen unisono davon aus, dass die stabile Finanzlage nur die sogenannte „Ruhe vor dem Sturm“ darstellt. Bereits ab 2020 soll bedingt durch den demo-grafischen Wandel und den medizinischen Fortschritt mit deutlich ansteigenden Zusatzbeiträgen zu rechnen. Darüber, wer diese steigenden Zusatzbeiträge zu schultern hat, darüber streiten sich die Gelehrten je nach Lager und Interessenlage sehr heftig.

Quellennachweise:

– Stiftung Warentest, Heft Juni 2017

– FOCUS 18/2017

– diverse Online-/Druckmedien wie

– Handelsblatt

– Ärztezeitung

– Ruhrnachrichten v. 14.07.2017 und 10.08.2017

– Pro und Contra Bürgerversicherung

– www.helpster.de/buergerversicherung

 

Autor: Gerhard Pszolla

Mitglied unserer Fraktion „Bürger für Bürger“

Noch keine Kommentare.

Schreibe einen Kommentar